Flevoland und seine “neue” Natur

Sonnenuntergang am Knardijk

Unser zweiter Besuch in Oostvaardersplassen war wieder sehr interessant. Man muss dazu sagen, dass wir wie beim ersten Besuch in ganz Flevoland unterwegs waren, denn Oostvaardersplassen ist ja nur ein Teil, ein Gebiet in Flevoland. Der Film von Ruben Smit über Oostvaardersplassen bekommt im Jahr 2020 so eine Art Nachfolger, denn der niederländische Naturfilmer arbeitet an einer neuen Dokumentation über das Gebiet Hoge Veluwe. Dieser neue Film soll noch spektakulärer werden als sein erstes Werk.

Der "Stille Kern" im Horsterwold

Unser Ziel neue Naturschutzgebiete in Flevoland kennenzulernen, konnten wir mit einigen Touren erreichen. Das Waldgebiet „Horsterwold“ bei Zeewolde haben wir zweimal zu verschiedenen Tageszeiten besucht. Es gibt dort einen Bereich, der sich der „Stille Kern“ nennt und seinem Namen alle Ehre macht. Eine ruhige und schöne Landschaft kann man dort von einem Plateau aus genießen. Auf dieser, über einem Seegebiet, erhöht liegenden Plattform kann man sehr gut beobachten und den Blick über den Waldbereich, der die Seen umrahmt, schweifen lassen. Eine neue Beobachtungshütte liegt in unmittelbarer Nähe. Sie bietet gute Möglichkeiten zum Fotografieren und sehr gute zum Beobachten. Neben Wasservögeln und Singvögeln konnten wir auch einen Fischadler über dem Seen kreisen sehen. Die Verfärbung des Waldes hat im September schon begonnen und ist somit auch ein interessanter Platz für Landschaftsfotografen. „Horsterwold“ ist ein reiner Laubwald und bietet auch für Rollstuhlfahrer einen asphaltierten Weg zu den Aussichtspunkten.

Auf dem Knarkdijk

Die Landschaft nördlich vom Knardijk hat zwei einmalige Möglichkeiten Vögel zu beobachten. Einmal die schon im ersten Bericht erwähnte Hütte mit dem Rietdach und Sandboden, von der aus man sehr gut Schilf- und Wasservögel fotografieren und beobachten kann. Außerdem die Aussichtsplattform Biezenburcht mit einem kleinen Café im Untergeschoss. Dort konnten wir an einigen Tagen neben großen Mengen an verschiedenen Limikolen u.a. Goldregenpfeifer und dunkler Wasserläufer, Löfflern und anderen Wasservögeln auch einen Habicht, einen Sperber und ein Paar Seeadler sehen. Die Fotodistanz ist hier zwar etwas größer als an der Riethütte, doch bietet sich immer wieder mal eine gute Möglichkeit manche Vögel zu fotografieren. Auch das angrenzende Gebiet Harderbros hat mit einer Beobachtungshütte und vielen schönen Wanderwegen viele interessante Punkte für die Makro- Landschafts- und Vogelfotografie. Hier konnte ich sehr schöne Libellenfotos und andere Insektenaufnahmen machen.

Wegweiser im Naturentwicklungsgebiet Oostvaardersplassen

Im Naturentwicklungsgebiet Oostvaardersplassen hat sich in einem Jahr einiges getan. Einige Wege um das Besucherzentrum im Südosten sind asphaltiert worden und auch der Ausbau eines größeren Parklatzes scheint in Arbeit zu sein. Die freiwilligen Helfer im Zentrum informieren den Besucher sehr gut über die vielfältigen Möglichkeiten die Natur in diesem Gebiet zu erforschen. Wir konnten auch diesmal wieder die Wildpferde aus kurzer Distanz erleben. Man kann von diesem Schauspiel einfach nicht genug bekommen und muss sich irgendwann dann doch von den beeindruckenden Tieren trennen. Vom Besucheraussichtsturm im Obergeschoss des Infozentrums bei Almere konnten wir einen Wanderfalken beobachten und auch einige Silberreiher sehen. Um das „Vogelkijkhut“ Krakeend wurde landschaftlich etwas verändert. Vor der Hütte wurden einige kleine Inseln errichtet, die den Vögeln gute Plätze und auch dem Naturfotograf in der Hütte einen guten Ansitz bieten. Eisvogel, Silber- und Graureiher, verschiedenste Entenvögel und im Umfeld viele Singvögel lassen das Herz eines Naturfotografen höher schlagen. Hier ist durch den Umbau des Gebiets eine hervorragende Beobachtungshütte und auch Fotomöglichkeit entstanden.

Das Nachbargebiet Lepelaarplassen haben wir natürlich auch wieder erkundet und konnten dort unter anderem Eisvogel, Haubentaucher und Rohrdommel fotografieren. Dieses Gebiet ist sehr gut besucht und so sollte man es nicht am Wochenende aufsuchen. Ein Besuch im Besucherzentrum De Trekvogel ist auf jeden Fall empfehlenswert.

Infozentrum Oostvaarders

Der Naturpark Lelystad liegt in einem riesigen Waldareal nahe der Stadt im Nordosten von Flevoland. Für den Besuch muss man lediglich die Parkgebühren am Eingang bezahlen, ansonsten ist der Eintritt frei. Der Park beheimatet Störche, Singschwäne, Biber, Otter, Wildschweine, Przewalski-Wildperde, Wisente, Elche, Rothirsche und natürlich alle anderen Tiere, die auf natürliche Weise diesen Park „besuchen“. Familien mit Kindern und Wanderer werden hier ihre Freude an den gut angelegten Wegen und Gehegen haben. Der Park hat auch einen Bereich mit verschiedensten Baumarten und sehr großen Wasserflächen, aber auch einige Bereiche, die man mit einem Hund nicht besuchen darf.

Das Besucherzentrum bietet eine kleine Ausstellung, viele Informationen u.a. über Bootsfahrten durch den weiträumigen Park und ein Restaurant. Mehr Informationen findet ihr auf der folgenden Webseite.

In Flevoland kann der Urlauber aber noch viel mehr als „nur“ Natur sehen. Die Städte Lelystad und Almere haben ausgezeichnete Einkaufscentren und viele andere Attraktionen. Harderwijk mit seinem alten Stadtkern und Urk sind sehr schöne Hafenstädte mit sehr interessanten kleinen Geschäften. Außerdem lohnt sich ein Ausflug in die Waldgebiete bei Nunspeet oder Puten.

Wir haben sehr viele nette und hilfsbereite Leute in Flevoland kennengelernt. Dabei waren auch viele junge Menschen, die sich für die Natur interessieren und sogar mehr über Zweigsänger wussten als ich. Vielen Dank auch an Erik ohne den ich das Paar Seeadler wohl nie gesehen hätte.

Hier können Sie alle Naturaufnahmen von Flevoland sehen.