Makrofotografie

„Makrofotografie ist eine Reise in eine andere Welt.“

Als ich vor einigen Monaten anfing mich intensiv mit der Makrofotografie zu beschäftigen, hätte ich nicht gedacht, dass mich der Virus „Makro“ so schnell infiziert. Ich hatte damals im April den Entschluss gefasst, mal wieder den Botanischen Garten im Duisburg Walsum zu besuchen.

Nur mit meiner Nikon und einem 2,8/105mm Objektiv „bewaffnet“, ging ich im Park spazieren. Schnell faszinierten mich die Formen der Tulpen am Eingang und nach einiger Zeit merkte ich, dass ich wie bei meiner bisherigen Leidenschaft der Vogelfotografie, die Zeit vergessen hatte. Ich lag nun schon 1 ½ Stunden vor diesen roten Tulpen. Nein, nicht das ich die Aufnahme nicht machen konnte, die ich mir vorgenommen hatte. Es ergaben sich immer wieder neue und interessantere Ansichten und Perspektiven. So ging ich dann nach 3 Stunden wieder nach Hause und schaute mir die Ergebnisse auf meinem Laptop an. Es war eine neue Welt, die ich da entdeckt hatte und sie hat mich bis heute nicht losgelassen.

Die Ausrüstung:

Jeder Fotograf wird da etwas anders empfehlen und so erzähle ich meine Version. Als Voraussetzung nehme ich an, dass jeder seine Kamera bedienen kann. Also das der Fotograf weiß, was Blende, Zeit, Belichtungskorrektur, Lichtempfindlichkeit und Brennweite ist. Neben der Kamera gehört ein gutes Makroobjektiv zur Ausrüstung. Das Sigma 2,8/105mm kann man uneingeschränkt jedem Anfänger, sowie dem Fortgeschrittenem empfehlen, denn dieses Makroobjektiv ist gut und preisgünstig. Wer etwas mehr investieren möchte, sollte das 2,8/ 150 mm von Sigma kaufen, es ist optisch noch einen Tick besser als das 105er. Ich benutze zusätzlich noch ein 5,6/ 400mm für Insekten (nur bei sehr scheuen und nicht so leicht erreichbaren Objekten). Außerdem ein 2,8/50mm für Pflanzen, um damit interessantere Perspektiven zu erlangen. Also je länger die Brennweite umso interessanter ist das Objektiv für Insekten, wie Libellen und Bienen. Je kürzer die Brennweite desto besser kann man vor einem Objekt mit der Perspektive „spielen“!

Zusätzlich kann man mit Linsen, Zwischenringen oder Konvertern, die Möglichkeiten des Objektivs verändern. Makrolinsen sind nicht wirklich gut und so kann man eher die Achromatlinsen empfehlen, da diese korrigiert sind. Linsen dieser Art wie z.B. die 500D von Canon sind preiswerter als ein Makroobjektiv, müssen aber für jedes Objektiv mit anderem Filterdurchmesser neu gekauft werden.

Zwischenringe gibt es als Set mit drei unterschiedlichen Größen (Abstandsentfernungen). Sie sind preiswert und sie vergrößern ohne Verlust an Bildqualität. Nachteil der Zwischenringe ist der Lichtverlust. Konverter verlängern die Brennweite um einen bestimmten Faktor, so wird z.B. (1,4 /1,5 /2,0) aus einem 105mm Objektiv eine 147mm Linse bei Verwendung eines 1,4 fach Konverters. Besser ist natürlich immer die dementsprechende Brennweite zu kaufen. Aber wer das Geld nicht aufbringen möchte, kann mit Konvertern seine Objektivauswahl schnell verdoppeln!

Als letzte Möglichkeit möchte ich noch den von Stefan Groß angebotenen Retroadapter mit Protec-Aufsatz erklären! Ein Retroadapter ermöglicht das Anbringen eines Objektivs in umgekehrter Stellung, dadurch wird der Abbildungsmaßstab des fotografierten Objekts vergrößert. Gut schütz dann der Protec – Aufsatz die Kontaktseite des Objektivs vor Staub und Kratzern und ermöglicht zusätzlich einen Filtereinsatz. Die elektrische Steuerung des Objektivs ist ohne Funktion, deshalb muss die Schärfe manuell eingestellt werden.

Ein Stativ ist natürlich wichtig, obwohl es nicht immer gebraucht wird und oft vom Bohnensack oder einem einfachen Tuch ersetzt wird. (Bohnensack: Ein mit Bohnen oder ähnlichem Material gefüllter Sack, der die sichere Auflage der Kamera ermöglicht. Tuch: um die Kamera vor Schmutz zu schützen und absolute Bodennähe zu haben!) Beim Stativ darauf achten, dass es sehr variabel ist, also die Beine sich in verschiedene Positionen bringen lassen. Desto mehr man in Bodennähe arbeiten kann desto besser das Stativ!

Ein Aufheller sollte immer in der Tasche sein, denn zu hartes Licht ist oft sehr schwer zu bewältigen! Auch wenn Licht fehlt bringt der Aufheller etwas. Es gibt Aufheller in verschiedenen Größen und Ausführungen. Ich benutze einen mit 30cm Durchmesser, der eine Schwarz/Weiße Reflektorfläche hat, aber auch eine Silber /Sun ( Silber / Gold ) Fläche als Alternative bietet. Silber bringt am meisten Licht, „Sun“ warmes Licht, Weiß bringt eine ausgeglichene Beleuchtung und schwarz dunkelt ab! Der 50cm Aufheller hat die bereits beschriebenen Reflektoren. Zusätzlich einen „echten“ Goldreflektor der richtig warmes Licht erzeugt und eine blaue Fläche die man z.B. als Hintergrundfarbe einsetzen kann. Beide Aufheller lassen sich problemlos in die kleinste Fototasche packen und stören auch in der Hosenbeintasche (nur 30cm) nicht!

Mehr Licht bringen spezielle Makroblitzsysteme wie z.B. von Nikon oder Canon. Die haben aber auch einen sehr hohen Preis und so habe ich mich nach anderen Systemen umgesehen. Eins, das sehr variabel und preiswert erscheint, ist das Elektra Blitzsystem. Es bietet einen flächigen Blitz mit Leitzahl 12 und wird als Kit mit einem zweiten Blitz plus Blitzschiene mit Kugelköpfen ergänzt! Es benötigt auch sehr wenig Platz und ist mit jedem Kamerasystem zu kombinieren. Mehr Infos dazu auf der Website von Stefan Groß (www.traumflieger.de) Mehr Licht wird in der Dämmerung, in der Nacht oder bei schwierigen unausgeglichenen Lichtverhältnissen benötigt.

Wie ich schon an anderer Stelle auf meiner Webseite erwähnt habe, sind gerade für Makrofotografen auch Knieschoner zu empfehlen. Sie helfen die Knie zu entlasten und über längere Zeit auf den Knien zu arbeiten.

Ich hoffe, ich konnte euch den einen oder anderen neuen Tipp geben. In nächster Zukunft möchte ich Makro Workshops mit drei Grundthemen (Technik, Gestaltung, EBV) anbieten. Bei Interesse schicken sie mir doch einfach eine Mail.