Ausrüstungstipps

Nein, dies soll nicht die tausendste Aufzählung von Kamerazubehör werden, sondern ein Ratgeber für alle Gegenstände, die der Naturfotograf sonst noch so auf seiner Tour benötigt! Ich habe die Sache nach Jahreszeiten und von Kopf bis Fuß gestaltet und hoffe, dass hier einige Besucher noch gute Anregungen finden.

 

Mützen & Co:

Als Kopfbedeckung für die heißen Tage (Sommer) empfehle ich entweder ein Cappy oder ein “Piratentuch”. Die Schirmmütze (Cappy) ist schon manchmal lästig und stört an der Kamera, so dass man sie drehen muss. Beim Kopftuch haben wir noch den Vorteil, dass es wenig Platz weg nimmt und so immer im Fotorucksack Platz findet.

 

Das gleiche gilt für das sehr flexible Bundeswehr Dreieckstuch, welches eben noch sehr vielseitig eingesetzt werden kann ( Ablage für Objektive ). Wichtig ist dieser Kopfschutz eben nicht nur wegen der Sonne, bzw. der Hitze, sondern auch z.B. wegen der gefährlichen Zecken, die so nicht im Haar laden können. Im Winter ist dann eher die Wollmütze Marke “Seemann” oder die “Russenmütze” mit den Ohrenklappen vorteilhaft. Denn wer schon mal im Winter angesessen hat, weiß wie schmerzhaft kalte Ohren sein können. Gut sind dann auch die kleinen Ohrenwärmer, die nur über die Ohren gezogen werden!

Sonnenbrillen sind so eine Sache, wegen der Beurteilung der Aufnahme im Display. Aber bei längeren Touren in großer Hitze und stark reflektieren Flächen, sind sie auf jeden Fall zu empfehlen!

 

Jacken, Hemden, Pulli, Shirts:

Im Sommer trage ich meist Hemden wegen der vielen Taschen, die man dann zusätzlich hat. Hier kann man auch variieren und Ärmel abtrennen oder Knöpfe öffnen. T-Shirts sind natürlich auch okay, nur bieten sie wenige Möglichkeiten Sachen zu verstauen. Jacken sollten ebenfalls viele Taschen haben, die per Reißverschluss oder Knopf zu verschließen sind, damit teure Gegenstände nicht heraus fallen können. Auch bei Jacken sollten die Ärmel abnehmbar sein, damit man schnell der Witterung entsprechend passende Kleidung hat. Wünschenswert ist es natürlich, das die Jacke atmungsaktiv ist, denn besonders im Winter hat man dann enorme Vorteile. Im Winter sind diese Jacken dann, durch den hohen Temperaturunterschied am wirkungsvollsten und können dann die Feuchtigkeit am besten transportieren. Mit mehreren Schichten sollte man sich wie ein Eishockeyspieler vor der Kälte schützen. Unterhemd, T- Shirt, Baumwollpullover und Kälteschutzweste trage ich im Winter unter der Jacke.

 

Hosen:

Bei den Hosen rate ich immer, auch im Sommer bei großer Hitze, Hosen mit langen Beinen, also keine Shorts zu tragen. Schnell krabbeln Flöhe, Zecken, Ameisen oder andere kleine Tiere die Beine hoch und gerade wenn man längere Zeit im Gras sitzt, sollte man nicht darauf verzichten, die Beine zu bedecken. Hier sind, wie bei den Hemden und Jacken, viele gut zu verschließende Taschen immer willkommen. Auch abnehmbare Hosenbeine sind nicht verkehrt, wenn es dann mal durchs Wasser geht oder es “zu” warm wird.

 

Handschuhe:

Hier empfehle ich speziell eine Marke, von der ich zwei verschiedene Paar Handschuhe habe. Die Firma Thinsulate stellt verschiedene Ausführungen von Handschuhen her, von denen ich eben diese beiden Fingerlinge, wie man sie nennt, erklären möchte. Der eine Handschuh ist ein reiner Fingerling, also ein Handschuh mit abgeschnittenen Fingern und Daumen. Der Handschuh hat eine spezielle Polsterung, die auch wärmt.

Der andere Handschuh hat ein zusätzliches Teil angenäht, mit dem man den Fingerling in einen Fäustling verwandeln kann. So kann man sich in der Zeit, in der die Kamera nicht bedient wird, noch mal so gut aufwärmen! Bei extremer Kälte weiter unten noch ein Link zu einer Mountainbike Website.

 

Schuhe:

Bei Schuhen würde ich ähnlich vorgehen wie bei Hosen, also nicht im Sommer auf gutes Schuhwerk verzichten und nur in Turnschuhen rumlaufen. Lieber auch dann einen guten Schuh benutzen, z.B. eben einen Trekkingschuh, der den Knöchel schützt und richtigen Halt gibt. Schuhe der Marke Meindl oder Lowa sind zwar etwas kostspieliger, aber eben viel besser verarbeitet, wasserdicht und somit ihr Geld wert.

 

Der Tipp für Sonderzubehör:

Für die Makrofotografie empfehle ich auf jeden Fall einen Winkelsucher um die Aufnahme besser beurteilen zu können. Auch kann man so eine sehr niedrige Aufnahmeposition einnehmen. Zusätzlich einen Minireflektor von ca. 30cm Durchmesser um schwierige Lichtverhältnisse zu meistern oder auszugleichen. Hier würde ich einen “5 in 1″ Reflektor wählen. Der u.a. einen Neger (dunkle Fläche um Licht zu schlucken), einen weißen Reflektor, einen silbernen und einen goldenen Reflektor, sowie eine lichtdurchlässige Fläche bietet um leichte Schatten zu erzeugen. Was sich außerdem anbietet sind Knieschoner, wie man sie z.B. im Gartencenter bekommt. Nicht nur ältere Fotografen werden sich über diese Hilfe freuen, denn wenn man stundenlang vor einer Libelle kniet, weiß man warum sie wichtig sind!

Als gutes Zubehör würde ich jedem Vogelfotografen den Tarnschal empfehlen, mit dem man sich ähnlich wie mit einem Tarnzelt verstecken kann. Man kann ihn schnell benutzen und er ist auch fast geräuschlos. Ich habe ihn schon sehr oft benutzt und sehr gute Ergebnisse erzielt. Zwei aneinander genähte Schals lassen den Naturfotografen komplett “verschwinden”! Wenn es möglich ist, ein Tier länger zu beobachten, dann nehme ich mein Tarnnetz (4x6m) mit und befestige es an einem Baum mit Lederriemen. Wenn die Temperaturen nicht gerade sommerlich sind benutze ich auch einem Ansitzsack, der eine längere Ansitzdauer erlaubt ohne zu frieren!

Ein weiteres empfehlenswertes Zubehörteil ist der Bohnensack, den es im Handel gibt, aber auch selbst gebaut werden kann. Er dient dazu schwere Objektive bodennah einzusetzen oder auch Makroobjektive beim Fotografieren von Pilzen oder anderen Objekten abzulegen. Im Winter ist in dieser Lage, also langgestreckt am Boden, eine aufrollbare Isomatte zu empfehlen.

Landschaftsfotografen sollten nicht auf eine kleine Wasserwaage am Stativ oder Netzgitterlinien im Sucher verzichten. Damit lässt sich jede Aufnahme sehr gut gerade ausrichten.

Außerdem habe ich je nach Bedarf eine Taschenlampe, ein kleines Verbandspäckchen, (wer es hat) ein Navigationssystem, ein Handy für Sprachnotizen und für den Notruf, ein Bestimmungsbuch mit Schutzumschlag, einen Klappstuhl, einen Kompass, eine Regenschutzhülle für den Rucksack, eine Regenjacke, eine Mülltüte (für die Müllsammlung am Ende der Tour!), ein gutes Fernglas und Taschenmesser, eine Zeckenzange, Taschentücher, ein Feuerzeug und eine Wasserflasche mit dabei! Alles wird dann auf einen Trolly von der Firma Eckla geladen!

Ich würde mich über Anregungen und Tipps zu diesem Thema freuen. Viel Spaß beim Fotografieren!

Links zum Thema

Tipps bei extremer Kälte

Schuhe von Meindl

Schuhe von Lowa

Trolly von Eckla

Handschuhe Fingerling/Fäustling

Verschiedene Thinsulate Handschuhe

Kopfbedeckungen

Piratentuch

Outdoorladen Becker

Outdoor Dressler in Duisburg

Knieschoner