Naturfotografen

Der Naturfotograf…

…ein seltsames Wesen, das nicht jeder versteht. Früh morgens wirft er sich in grüne Kleidung, um dann stundenlang auf einen Augenblick zu warten, den er dann meist doch nicht erlebt. Er wälzt sich im Dreck um eine Blume abzulichten oder versteckt sich in einem Zelt um mit sich und der Natur allein zu sein. Dann drückt er auf den Auslöser und freut sich wie ein Kind über ein Foto von einem “Vogel”! Manchmal bleibt er stehen, weil gerade sein nächstes Motiv den Weg kreuzt, dann geht er ganz nah heran und bleibt geduldig vor dem Insekt in der Hocke sitzen. Abends kommt er dann oft, auch ohne den erwünschten Erfolg nach Hause. Der Naturfotograf… (Christian Falk- 2004)

Als ich mich vor ungefähr 3 Jahren erstmals mit der Naturfotografie beschäftigte, hätte ich damals nicht geglaubt, das einmal ein so großes Hobby daraus werden könnte. Landschaften, Tiere und Pflanzen waren zwar schon länger meine Motive gewesen, aber eben nicht als Hauptgebiet (das war in dieser Zeit mehr die Portraitfotografie) und einen Spatz konnte ich, zu diesem Zeitpunkt, von einer Heckenbraunelle nicht unterscheiden.

Ich wurde 2002 auf eine Internetseite aufmerksam, die alle Bereiche der Fotografie abdeckt. Die Fotocommunity wurde für mich schnell zur Tageslektüre, denn viele Naturfotografen zeigten neben ihren guten Aufnahmen, das sie auch interessante Geschichten dazu schreiben können. Dadurch und anhand von guten Naturbüchern lernte ich schnell einiges über unsere Vögel, Insekten, Pflanzen und andere Bereiche der Natur. Das erste Treffen mit Naturfotografen veranstaltete ich am 16. November 2002 in der Rheinaue Duisburg Walsum. Dieses Treffen hat mittlerweile schon fast Tradition, denn neben den Gästen aus Hamburg und München, sind viele Fotografen aus dem Umkreis und freuen sich bei dieser Veranstaltung nicht nur auf das immer qualitativ gute Essen im Brauhaus der Firma Rheinfelsquelle, sondern eben auf ein nettes und informatives Gespräch.

Im Jahr 2003 wurde dann die Idee eines Forums, das sich ausschließlich mit Naturfotografie beschäftigt, mit dem Betreiber und Naturfotograf Achim Winkler und seinem Freund Dirk Vorbusch umgesetzt. Dort zählen wir mittlerweile über 500 Mitglieder. Auch über diese Internetseite wurden und werden immer wieder Treffen in interessanten Naturschutzgebieten und in Wildparks oder Zoos angeboten.

Durch diese Treffen (im Kellerwald, der Ruhraue, dem Naturzoo Rheine usw.) und die Fotocommunity lernte ich viele interessante und nette Leute kennen. Dadurch lernte auch ich schöne neue Gebiete kennen und konnte vieles an Information für mich und meine Homepage mit nach Hause bringen.

Was immer bei meinen Exkursionen und meinen Spaziergängen im Vordergrund steht, ist der Schutz der Natur, wie ich es wohl in meinem Bericht “Gedanken zum Verhalten in der Natur” deutlich gemacht habe. Aber ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass alle meine Bilder von den Wegen der Naturschutzgebiete, durch Zufall aus dem Auto heraus und in Wildparks oder Zoos gemacht wurden. Ich verweise noch mal darauf, weil viele Fotografen meinen, man müsste immer noch ein Stück näher an das Objekt der Begierde heran. Muss man nicht! ;-)

Die erfolgreichen Touren in der Natur verdanke ich vielen Büchern, vor allem die Bücher von Fritz Pölking, Einhard Bezzel und David Attenborough haben mich begeistert. Aber auch durch Tipps und interessante Gespräche (Manfred Delpho, Hans Wilhelm Grömping, Gerd Rossen, Einhard Bezzel, uva.) konnte ich gute Ergebnisse auf meiner Webseite zeigen. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank dafür!

In Bezug auf das Verhalten während der Aufnahmen, habe ich einiges über die Monate hinzugelernt. Ruhiges und behutsames Annähern an das Objekt war mir immer sehr hilfreich. Besonders bei Singvögeln muss man sich langsam bewegen, um den Vogel nicht zu verunsichern. Auch der ständige Blick in Richtung Vogel sollte vermieden werden. Bei Libellen oder Reptilien ist ein frühes Ausstehen von großem Vorteil, die Tiere befinden sich morgens noch in einer Art Kältestarre und so sind sie wesentlich einfacher zu fotografieren als am Mittag. Dann sind sie quicklebendig und stehen kaum ein paar Sekunden still.

Bei vielen Tieren spielt aber auch der Lebensraum eine große Rolle. Denn nicht in jedem Gebiet gilt jede Regel. In manchen Naturschutzgebieten ist z.B. die Fluchtdistanz enorm hoch, in anderen wiederum sehr niedrig und manchmal ist es von Tag zu Tag unterschiedlich. Generell gilt aber, dass eine leichte Tarnung die Sache erleichtert. Wenn man dann sogar die Möglichkeit und Genehmigung hat ein Tarnzelt aufzustellen, steht einem guten Naturfoto kaum noch was im Wege. Aber selbst dann, muss die Natur noch ihren Teil dazu geben, denn oft muss man ohne ein zufriedenstellendes Ergebnis die Heimfahrt antreten.

Ich habe mir auch zur Regel gemacht, nicht ständig das gleiche Gebiet zu besuchen. Zwar beobachte ich immer wieder bestimmte Ansitzstellen, aber eben nicht jeden Tag. So habe ich verschiedene Tiere unter Beobachtung und es ist dann abwechslungsreicher. Vögel haben ihre Lieblingsplätze und fliegen immer wieder bestimmte Äste in ihrer Umgebung an. Wichtig ist dabei selbstverständlich auch das Nahrungsangebot. Verändert sich durch Trockenheit die Lebensbedingung z.B. der Rotschenkel, so sind sie oft nicht mehr dort wo man sie vorher beobachten konnte, sondern an einer anderen Stelle im Gebiet zu sehen. Dies ist auch bei vielen anderen Vogelarten zu beobachten, obwohl es da auch echte Lebenskünstler gibt. (z.B. Reiher, die ihre Nahrung auch auf einem Acker finden können)

Besonders viele gute Informationen kann man sich durch Fachbücher anlesen. Hier habe ich bei meinen Buchempfehlungen auf eine gute Mischung geachtet, denn ein Bestimmungsbuch ist ebenso wichtig wie ein Buch das Erlebnisse schildert, wie z.B. in “Gefiederte Jahreszeiten” von Thomas Griesohn-Pflieger. Außerdem finde ich ein gutes Gespräch immer wichtig, wie ich es mit Franz Ludenberg, Markus Botzek von der GDT oder vielen anderen Naturfotografen schon geführt habe. Ich hoffe, ich konnte einen kleinen Einblick in die Welt der Naturfotografen vermitteln und würde mich über die eine oder andere Email zu diesem Thema freuen!

Mit freundlichen Grüßen – Christian Falk