Naturfotografie

Naturfotografie wird immer mehr zum Konsumartikel, der der Natur in keinster Weise hilft. Viele sind zwar der Meinung, dass das zeigen von Naturaufnahmen die Menschen sensibilisiert, doch wird dabei vergessen, dass dadurch oft Massenbewegungen entstehen. Keiner der sich nicht mit der Natur beschäftigt kommt von allein auf die Idee eine seltene, streng geschützte Pflanze zu fotografieren. Dieser Gedanke wird in vielen Naturfotoforen erst geweckt. Dort werden oft auch nur noch Wildpflanzen akzeptiert, die ja eben nicht mehr in großer Vielfalt in jedem Gebiet wachsen. So wird der Fotograf mehr oder weniger dazu gebracht, um im Gespräch zu bleiben, einen Standort aufzusuchen, wo andere Wildpflanzen blühen.
Neuerdings werden dann auch noch die Standorte seltener streng geschützter Pflanzen angegeben. Früher war es eine Handvoll von Naturfotografen, die mit einem speziellen biologischem Wissen und einer ausgeprägten Achtung vor der Natur, solche Pflanzen, Tiere und Landschaften fotografiert haben. Heute rennt eine ganze Gruppe von Fotografen zu solchen Plätzen und viele von ihnen beachten Naturschutzgesetze dabei nicht, weil ja der “Erfolgzwang” in ihrem Nacken steht. Blüht so eine „must have“ Pflanze nicht am Wegesrand, geht man eben mal 20-30m in ein geschütztes Gebiet.
Wie lange wir in Zukunft noch Leberblümchen, Schachbrettblumen und andere seltene Pflanzen sehen werden, hängt also von uns selbst, bzw. von unserer Einstellung zur Natur ab. Ich hoffe, das einige auch die vielfältigen Möglichkeiten der Ablichtung einer Tulpe und deren Schönheit erkennen, damit wir uns alle auch noch in 20 Jahren an der Schönheit der Wildpflanzen erfreuen können.
Tulpen in einem Stadtpark
Nikon D200 + Sigma 2,8/150mm